Deine Monatsaufgabe zum Thema Fokus
Ich schreibe jeden Abend fünf Dinge auf, die heute gut waren.
Jeder Tag, an dem du fünf positive Erlebnisse notiert hast, erhält ein Kreuz auf deinem Worksheet.
Jeden Abend fünf Sätze, was heute gut war.
All das zählt.
Warum ist das für mich wichtig?
Unser Gehirn schenkt Problemen, Gefahren und Fehlern besonders viel Aufmerksamkeit. Aus evolutionärer Sicht ist das durchaus sinnvoll: Für unsere Vorfahren war es wichtiger, eine mögliche Gefahr rechtzeitig zu erkennen, als sich lange über einen schönen Sonnenuntergang zu freuen. Das menschliche Gehirn ist deshalb nicht unbedingt darauf ausgelegt, Positives und Negatives gleich stark wahrzunehmen. In der Psychologie wird die stärkere Aufmerksamkeit für negative Informationen häufig als Negativity Bias bezeichnet. Negative Erfahrungen können unsere Aufmerksamkeit und unser Denken stärker beeinflussen als vergleichbare positive Erfahrungen.
Im modernen Alltag kann diese Tendenz dazu führen, dass Schwierigkeiten lange in unseren Gedanken bleiben, während viele angenehme Momente beinahe unbemerkt vorübergehen.
Genau hier setzt die Monatsaufgabe an. Wenn du dir am Abend bewusst in Erinnerung rufst, was an diesem Tag gut war, richtest du deine Aufmerksamkeit gezielt auch auf die positiven Seiten deines Alltags. Dabei geht es nicht darum, Schwierigkeiten kleinzureden oder unangenehme Gefühle zu verdrängen. Es geht darum, das vollständige Bild wahrzunehmen: das Schwierige und das Gute. Das regelmäßige Aufschreiben positiver Erlebnisse kann damit eine einfache Möglichkeit sein, die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu schulen.
Praktische Tipps
Schwierige Lebensphasen
Beginne mit dem, was da ist. Vielleicht war es nur eine warme Dusche, ein freundlicher Satz oder ein paar Minuten ohne Sorgen.
Die Übung soll schwierige Zeiten nicht schönreden.
Stressige Tage
Wichtiger als eine perfekte Liste ist, dass du dir überhaupt einen Moment Zeit für diese Perspektive nimmst.
Schlechte Stimmung
Traurigkeit, Ärger, Enttäuschung oder Erschöpfung dürfen da sein. Die Übung verlangt nicht, diese Gefühle zu ersetzen. Sie lädt lediglich dazu ein, daneben auch wahrzunehmen, was trotz allem gut war.
Dauerhafter Fokus auf Negatives belastet
Das bedeutet nicht, dass negative Gedanken grundsätzlich schädlich sind. Sie gehören zum Leben und erfüllen wichtige Funktionen.
Problematisch kann es werden, wenn sie unsere Wahrnehmung so stark bestimmen, dass positive Erfahrungen kaum noch Beachtung finden.
Ein ausgewogener Blick lässt beides zu: das, was schwierig ist, und das, was gut ist.
Mythos oder Fakt?
Wie viele Schritte braucht Gesundheit?
Mythos
„Worauf ich meinen Fokus richte, das wächst in meinem Leben."
Fakt
Du kannst einen schwierigen Tag gehabt haben und trotzdem ein gutes Gespräch geführt haben. Du kannst traurig sein und gleichzeitig dankbar für einen Menschen in deinem Leben. Das eine macht das andere nicht weniger wahr.